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Vorwort

1909- 1999

... ein kurzer Rückblick auf 90 Jahre Vereinsgeschichte

Als am 28.Februar 1909 einige entschlossene Männer die Schützengesellschaft in der Gaststätte Refus in Wiescherhöfen gründeten, regierte in Berlin noch Kaiser Wilhelm II. Zu dieser Zeit war der Wehrgedanke und der des Bürgerschützen das stärkste Fundament schützenbrüderlichen Handelns. Welch turbulente Zeit lag doch in den kommenden 40 Jahren. Der erste Weltkrieg, die sozialen und politischen Wirren der Nachkriegszeit, die Weimarer Republik und nicht zuletzt der zweite Weltkrieg mit all seinen Folgen brachte auf diesem Gebiet manche Änderung.Unverändert geblieben ist aber der kameradschaftliche Schützengeist, der Glaube an die Gemeinsamkeit und die kultur-politische Aufgabe des Schützenvereins in der Dorfgemeinschaft. Wir wollen all denen danken, die den Grundstein hierzu legten, aber auch denen, die an dieser schönen Aufgabe heute weiterarbeiten. Immer aber bleibt die Geschichte des Schützenvereins Wiescherhöfen-Weetfeld ein Stück heimatlichen Geschehens und somit wird die ganze Dorfgemeinschaft diesen Geburtstag festlich begehen.



Auszug aus einem Grußwort zum 60jährigen Bestehen der Schützengesellschaft 1969 vom damaligen Bürgermeister der Gemeinde Pelkum

Christian Tippmann

Nach Angaben einer alten Chronik fand bereits am 7. und 8. Juli 1838 in der Gastwirtschaft Middendorf in Wiescherhöfen das erste Schützenfest statt. Aber erst 71 Jahre später sollte der bereits früher gehegte Gedanke eines Zusammenschlusses interessierter Bürger Wirklichkeit werden.

In der Gründungsversammlung wurde der Beschluß gefaßt, den Vereins mit dem Ziel der Erhaltung alter überlieferter Schützentradition ins Leben zu rufen. Am 21. März 1909 gab sich der Verein eine Satzung, schaffte eine Vereinsfahne an und gründete eine Gewehrsektion, aus der später die Avantgarde und das Offizierscorps entstanden.

Durch das rasche Anwachsen der Mitglieder ermutigt, feierte der Verein bereits am 19. und 20. Juni 1909 das erste Schützenfest. Erster Schützenkönig wurde. Lehrer Wesemann. Das Vogelschießen wurde auf dem Hofe Gößlinghof in Weetfeld durchgeführt. Die beiden Gastwirtschaften Bürger und Refus wurden im jährlichen Wechsel zu Tagungs- und Festlokalen bestimmt.

Mit dem Beginn des ersten Weltkrieges erlosch jegliche Vereinstätigkeit. Viele Mitglieder standen an der Front, elf von ihnen kehrten nicht zurück. Das erste Fest nach dem Krieg wurde 1921 im Hause Refus gefeiert. Die anschließenden Schützenfeste waren echte Dorffeste, fanden viel Beachtung und sahen Besucher aus nah und fern. 1935 errichtete die Schützengesellschaft auf dem Hof Böckmann, nahe des heutigen Schützenplatzes, einen hölzernen Kugelfang, der nach seiner Benutzung den Wirren des Krieges zum Opfer fiel. Der im September einsetzende zweite Weltkrieg unterbrach abermals das Vereinsleben und fügte den Menschen tiefe und schmerzhafte Wunden zu. Groß war die Zahl derer, die ihr Leben lassen mußten. 25 Vereinsmitglieder blieben an den Fronten im Osten und Westen, wobei die Zahl der Vereinsangehörigen nicht bekannt ist, da hierüber Aufzeichnungen fehlen.

Nach dem zweiten Weltkrieg war an ein Vereinsleben nicht zu denken, doch nach Jahren des Aufbaus und der eigenen Besinnung wurde am 21. August 1949 die Vereinsarbeit wieder aufgenommen und am 02.06.1951 fand das erste eintägige Schützenfest statt. Als erster König holte Heinz Fickermann den Rest von der Stange. Das Schützenfest wurde von diesem Zeitpunkt wieder auf dem Anwesen von Gößlinghoff durchgeführt und der erste Kugelfang mit einem aus Stahl gefertigten Masten wurde in Eigenleistung 1957 dort errichtet.

Im Jahr 1960 wurde das erste Kinderschützenfest gefeiert, bei dem Jürgen Krämer und Gisela Paschen die erste Regentschaft übernahmen. Durch Beschluß der Generalversammlung wurde ab 1970 in einem großen Festzelt auf der Wiese Meermann-Bierkämper an der heutigen Doenchstr. bis 1974 gefeiert. 1975 konnte das Grundstück der ev. Kirchengemeinde an der Wilhelm-Nabe-Str. angepachtet und als Schützenplatz genutzt werden.

Nach dem Umbau des Saales Bürger durch die Arbeitsgemeinschaft der örtlichen Vereine im Jahre 1983 fand der Dorfabend im Saal und das Vogelschießen am Wäldchen an der Ecke Provinzialstraße/Große Werlstraße statt. Da der Saalbau nicht über ein ausreichendes Platzangebot verfügte, wurde im Folgejahr im großen Festzelt am Wäldchen gefeiert.

Hier hatte die Schützengesellschaft bis 1995 ihr Zuhause bis auf Initiative des damaligen Vorstandes unter Führung von Friedhelm Höneke ein neues Heim für die Schützengesellschaft gesucht wurde. Nachdem ein Projekt im Industriegebiet an der Carl-Zeiss-Straße nicht verwirklicht werden konnte, wurde im Grenzgebiet zwischen Weetfeld und Wiescherhöfen ein Gelände für 30 Jahr angepachtet und von den zuständigen Behörden als Schützenplatz genehmigt. Seit 1996 feiert die Schützengesellschaft Wiescherhöfen an der Weetfelder Straße/ Feldlerchenweg und ist zuversichtlich, am Ziel der langen Reise von Schützenplatz zu Schützenplatz angekommen zu sein.

Mit dem Umzug wurde auch ein Generationswechsel des Vorstandes vollzogen, der auch die Organisation und Durchführung des Schützenfestes durch Eigenleistungen übernommen hat. Seit dem Umzug wurde kontinuierlich an der Fertigstellung des neuen Platzes gearbeitet. Neben einer Umzäunung, dem Anschluß von Wasser- und Stromleitungen, Einrichtungen von Wegen und befestigten Flächen wurde ein Grünstreifen entlang der Nordseite des Platzes erstellt. Zu den Auflagen der Behörden gehört u.a. auch eine Erstellung eines Grünstreifens an der Südseite.

Dieses wurde zum Anlaß genommen, gemeinsam mit den benachbarte Vereinen, Freunden und den Vereinsmitgliedern eine Baumpflanzaktion im Jubiläumsjahr am 06.11.1999 durchzuführen. Bei diesem Tag der offenen Tür wurden über 30 heimische Bäume gepflanzt.

Rechtzeitig zum Schützenfest 2000 wurde eine zeitgemäße und behindertengerechte Toilettenanlage fertiggestellt. Allen Helfern und Spendern an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön!

Zu den kurzfristigen Zielen der Schützengesellschaft gehört in erster Linie der Schutz der bereits auf dem Schützenplatz installierten Einrichtungen. Leider sind die aufgestellten Container nicht geeignet, langfristig den Witterungseinflüssen Stand zu halten. Es ist dringend erforderlich, ein gemeinsames Dach über die drei Einzelcontainer zu errichten. Notdürftig sind Schäden im Dachbereich repariert worden. Diese Reparaturmaßnahmen reichen jedoch nicht aus, unsere getätigten Investitionen im Innenraum zu schützen. Wir hoffen, dass wir kurzfristig von den Behörden die notwendige Genehmigung erhalten, diese Baumaßnahme durchzuführen. Von den örtlichen Vertretern der Gemeinde und den politischen Vertretern erhoffen wir die nötige Unterstützung.